Sie sind hier

Reiseberichte

Jugendbotschafterreise 2010, Veronika Thalhammer aus Feuchtwangen

Zum ersten Mal wurde vom Asia Circle in diesem Jahr neben der Jugendbotschafterreise nach Südkorea auch eine Jugendbotschafterreise in die Mongolei organisiert.
Als ersten Schritt in Richtung Mongolei galt es, mit einer aussagekräftigen Bewerbung das Auswahlkomitee zu überzeugen. Nachdem uns dies gelungen war, folgten Telefoninterviews mit der Jugendbeauftragten des Asia Circle, Frau Odenwälder und mit Herrn Neun. Schließlich hatten wir es geschafft: Leonie Schulz und ich, Veronika Thalhammer, waren die Jugendbotschafter für die Mongolei 2010. Die Freude war riesig und ich war gespannt, was mich in der Mongolei erwarten würde.

Doch zuerst ging es am 16. Juli zur Urkundenübergabe nach Stuttgart. Im Rathaus überreichte uns Frau Bürgermeisterin Dr. Susanne Eisenmann die Ernennungsurkunden. Außerdem stand noch eine Präsentation über die Mongolei durch Herrn Neun sowie eine Präsentation zweier ehemaliger Jugendbotschafter über ihren Aufenthalt in Südkorea auf dem Programm. Diese Veranstaltung stellte zudem eine geeignete Möglichkeit dar, sich gegenseitig persönlich kennenzulernen. Für mich war es natürlich besonders wichtig, meine „Kollegin“ Leonie Schulz kennenzulernen. Außerdem bekamen wir letzte Tipps und Glückwünsche mit auf den Weg.

Jugendbotschafterreise 2010, Leonie Schulz aus Recklinghausen

Wenn man an Asien denkt, denkt man meist an touristisch erschlossene Länder wie Thailand oder Indonesien, oder an politisch bedeutsame Länder wie China , Japan oder Korea. Seltener aber denkt man an die Mongolei. Die Mongolei ist für die Meisten ein Synonym für ganz weit weg, für etwas Exotisches und Unbekanntes. Man verbindet die Mongolei als Land vielleicht mit Nomaden und Rückständigkeit, und im Grunde genommen hat man gar keine wirkliche Vorstellung. Deshalb reizte mich, als ich auf das Jugendbotschafterprojekt des Asia Circle stieß, vor allen Dingen das Ziel Mongolei. Ich wollte mir selbst ein Bild von diesem Land, über das ich so wenig wusste, machen. Der Programmbeschreibung war zu entnehmen , dass ich mit den Menschen viel mehr in Kontakt kommen würde, als es bei einer einfachen Reise der Fall wäre. Ich zögerte also nicht und bewarb mich sofort. Nachdem meine umfangreichen Unterlagen - Lebenslauf, Motivationsschreiben, das aktuelle Zeugnis und ein Gutachten der Schule zusammengestellt waren, und ich zwei Telefoninterviews überstanden hatte, erhielt ich endlich die ersehnte Zusage.

Mongolei - ein Wintermärchen 2009, Otto Keck aus Gingen an der Fils

Wir überfliegen das Altaigebirge , das sich im Westen der mongolischen Grenze bis zur Wüste Gobi erstreckt, unter uns viel Schnee, der Tag noch neu, beginnen den Landeanflug auf die Hauptstadt Ulan Bataar, eine Millionenstadt, die das ganze Jahr unter dem Smog der zentralen Kohlekraftwerken leidet, denen Filter Fremdwort sind, der Schnee macht sich rar im hektischen Verkehr erreichen wir das Zentrum mit allergeringstem Abstand wird mehrspurig gefahren, wer hupt hat Vorfahrt, Fußgänger erreichen nur im Laufschritt die gegenüberliegende Straßenseite. Die Mongolei darf ich kurz vorstellen, 2,4 Millionen Einwohner in einem Land das 4,4mal größer ist als die Bundesrepublik, ein Drittel der Bevölkerung sind Nomaden, leben mit ihren Herden ganzjährig in den endlosen Weiten des Graslandes, Winters wie im Sommer, durchschnittliche Seehöhe 1600 Meter, die Berge gehen bis auf 5000 Meter, hat interkontinentales Klima, im Sommer über 30 Grat, im Winter 40 unter Null und mehr.

Faszination Wüste 2007, Clemens und Sabine Ogiermann aus Heidelberg

Die Reise in die Mongolei bedeutete für Clemens die Verwirklichung eines Jugendtraumes. Angeregt durch die Lektüre von Fritz Mühlenwegs „Großer Tiger und Christian“ war immer die Wunsch vorhanden, einmal in die Mongolei und auch in die Wüste Gobi zu reisen.
Nun galt es, unter den vielen Angeboten das für uns richtige auszuwählen. Bei „Ethno Mongol“ fanden wir einen Reiseveranstalter, dessen Angebot unseren Wünschen entsprach.

Wir wollten Kultur und Kunst sehen und erleben, Klöster besichtigen, in Jurten und nicht in Zelten schlafen, Natur und Menschen erleben, in einer kleinen Gruppe reisen und Erholung.

Die ausgewählte Reise „Faszination Wüste“ bot all das und noch viel mehr.

Faszination Wüste mit Naadam-Fest 2006 (Teil III), Bernd und Uschi Klingsohr aus Bernried

19. Juli 2006

Da heute ja ein großer Ausflug auf dem Programm steht, stehen wir um 6 Uhr auf. Ich teile die Jurte mit unserem Fahrer Hurle und ich versuche, ihn mit einem lauten „Hurle aufstehen" zu wecken. Aber vergeblich, er ist ja auch viel später ins Bett gegangen; wer weiß, wo er war. Vielleicht gab's ja im Küchenbau junges Gemüse! Also, ab zum Rasieren und Duschen.

Der Himmel war klar und tiefblau. Im Osten kamen die ersten Sonnenstrahlen mit einem herrlichen rosa und im Westen blinkten noch die letzten Sterne, die Luft war recht kühl: für eine Wanderung durch die engen Bergtäler, die wir heute erkunden wollen, gerade recht. Vor dem Weg zum Restaurant schnell an der Jurte vorbei: Hurle ist immer noch im Bett! Jetzt ein kräftiges „Hurle, aber raus!“ Das half! Nach einem schnellen Tee und Toast mit Marmelade gingen wir mit Bergschuhen und Anorak gerüstet zum Bus, bei dem uns jetzt Hurle schon lachend erwartete.

Faszination Wüste mit Naadam-Fest 2006 (Teil II), Bernd und Uschi Klingsohr aus Bernried

14. Juli 2006

Am nächsten Morgen ist wieder Kaiserwetter. Also steht für den Vormittag Bergwandern auf dem Programm. Unsere 4 Bergfexen sind gleich auf 2 Gipfel gestiegen, der Schreiber, der sich zu Hause bei dem Schneechaos im Februar 2006 eine Auszeit eingehandelt hat, begnügte sich zusammen mit Uschi (seiner Frau) mit einem Sattel mit herrlicher Sicht in das nächste Tal. Sämtliche Blümlein, die in allen Farben blühten, wurden fotografiert. Einige Greifvögel beobachteten wir beim Fliegen, besser gesagt Segeln, und dann wie sie stolz auf einem Felsköpfchen Ausschau halten. Baumbewuchs ist spärlich: kleine Birken kämpfen ums Bestehen, ansonsten nur Strauchwerk. Eine uns bekannte Pflanze - allerdings in kleiner Ausgabe - scheint sich wohl zu fühlen: Rhabarber!

Faszination Wüste mit Naadam-Fest 2006 (Teil I), Bernd und Uschi Klingsohr aus Bernried

Irgendwann und irgendwo nistet sich so ein Gedanke ein, wächst zu einer Idee und daraus entsteht ein Plan. Aber noch vergeht viel Zeit, bis aus dem Plan Wirklichkeit wird. So war es auch mit der Gobi-Fahrt im Juli 2006.

Also, der Gedanke kam dem Schreiber dieses Berichts so um 1940. Abenteurer- und Forscherlektüre fesselte mich, so auch Sven Hedins „Durch die Wüste Gobi". Ich wusste, einmal werde ich es schon schaffen, in die Fußstapfen meines damaligen Idols zu treten. Seit Kindesbeinen galt für mich, „wenn du nur fest daran glaubst und wirklich willst, wirst du dein Ziel erreichen". Aber jetzt muss ich viele, viele Jahre überspringen, sonst wird es kein Bericht mehr, sondern ein viel zu langes Buch.

Bis 2005 war ich zwar schon einige Male in der Mongolei, zu Pferd im gebirgigen Norden (darüber wird es noch eine gesonderte Beschreibung geben), aber die Gobi stand noch aus. Begeistert habe ich immer wieder im Freundeskreis von meinen schönen Erlebnissen im Zentrum Asiens erzählt. Also, warum fahren wir nicht hin? Klar, die Gobi fehlt mir noch!